Mit Blick auf die Einschätzung des deutschen Verteidigungsministeriums, eine russische Aggression gegen Deutschland und seine europäischen Partner sei möglich, bezeichnete Dr. Weber die Formulierung als teilweise übersteigert, da er derzeit keine Strategie Russlands erkenne, Europa in seiner Gesamtheit anzugreifen. Zugleich betonte er, dass die vernachlässigten Verteidigungsstrukturen vieler europäischer Staaten Angriffspunkte böten und daher eine ernsthafte Vorbereitung auf mögliche russische Angriffe notwendig sei – gerade auch in Deutschland, wo zwar zusätzliche Mittel für Rüstungsinvestitionen mobilisiert würden, deren Wirkung jedoch erst in zwei bis drei Jahren mit der Lieferung neuer (Luft-)Waffensysteme spürbar werde.
Zur kontrovers diskutierten Aussage des französischen Generalstabschefs, man müsse bereit sein, „seine Kinder zu verlieren“, zeigte Weber Verständnis, obwohl er die öffentliche Empörung nachvollzog. Eine glaubwürdige Verteidigung setze auch Verteidigungsbereitschaft voraus. Wenn ein potenzieller Angreifer erkenne, dass ein Land bereit sei, sich notfalls auch mit personellen Opfern zu verteidigen, steige die Abschreckungswirkung und die Wahrscheinlichkeit eines Angriffs sinke.