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Religion und Diplomatie

Seit jeher haben Fragen des religiösen Glaubens, des Spannungsverhältnisses zwischen Religion und Säkularisierung in der Entwicklung des Staatensystems eine große Rolle gespielt, und sich insbesondere auf die Themen Krieg und Frieden ausgewirkt. Die gegenwärtigen Verschiebungen des internationalen Systems, die zunehmenden anarchischen Tendenzen und die Auflösung traditioneller Ordnungsmuster verändern zugleich auch das Verhältnis von Religion und Diplomatie. Dies geschieht auf zweifache Weise. Zum einen werden grundlegende Veränderungen des internationalen Systems von religiösen Kräften ausgelöst, insbesondere durch fundamentalistische Interpretationen der Weltreligionen. Zum anderen beschleunigt der Wandel des internationalen Systems die Auflösung traditioneller Kräfte, und der Einfluss von Nationalismus und Fundamentalismus nimmt zu. Dies bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die Rolle der Religion in der internationalen Politik.

 

Ziel des Projekts "Religion und Diplomatie" ist es zu bestimmen, wie die Religion als Faktor in den internationalen Beziehungen durch die laufenden Veränderungen des internationalen Systems beeinflusst wird. Insbesondere soll die Rolle der Religion an der Schnittstelle zwischen innenpolitischen Antriebskräften und internationalen Konstellationen untersucht werden und die Frage gestellt werden, ob Religion als polarisierende oder als einigende Kraft wirkt. Außerdem sollen Folgerungen für das Verhältnis zwischen Diplomatie und Militärstrategie abgeleitet, sowie Religion als Element der Staatskunst und religiöse Organisationen als internationale Akteure untersucht werden.

 
Ansprechpartner: Professor Ulrich Schlie, Johanna Möhring ([Email protection active, please enable JavaScript.])
 
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