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Vermessung der strategischen Digitalpolitik

Optionen und Limitierungen digitaler Autonomie in Bezug auf Dependenz und
Fragmentierung durch den zunehmenden Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI)

 

Die Problematisierung von technologischer Abhängigkeit und das Streben nach mehr Autonomie ist zu einem bestimmenden Moment der europäischen und deutschen Debatte über Digitalisierung geworden. Der zunehmende Einsatz von KI beschleunigt die politischen Debatten um „digitale Souveränität“. Im Begreifen der Möglichkeiten und Limitationen von digitaler Souveränität fehlen allerdings oftmals grundlegende empirische Daten sowie eine systematische Vergleichsmetrik. Vor diesem Hintergrund fokussiert sich dieses Projekt auf die Verknüpfung der digitalen Fragmentierung und der digitalen Interdependenz mit dem Ziel, die Vulnerabilität/Kosten und den realen Spielraum für Autonomiebestrebungen quantitativ und qualitativ besser vermessen zu können. Damit soll der deutschen Debatte eine neue Facette hinzugefügt und die Abwägung von Handlungsoptionen zur strategischen Digitalpolitik zwischen den Technologiemächten China und USA auf eine breitere empirisch-methodische Basis gestellt werden. Gerade chinesische Firmen spielen aufgrund der spezifischen Gegebenheiten bei der Fragmentierung des Internets und aufgrund Chinas technologischer Führungskraft im KI-Bereich eine besondere Rolle.

Im quantitativen Teil wird eine Datenbank erstellt, auf deren Basis ein Index für Dependenz und Fragmentierung im Bereich digitaler Anwendungen und Technologien entwickelt wird. Der Index für Fragmentierung wird den jeweiligen Grad der Zugangs- und Nutzungsbeschränkungen für ausgewählte digitale Technologien in ausgewählten Ländern/Märkten bestimmen, wohingegen der Index für Dependenz die Abhängigkeiten der ausgewählten Länder von ausländischen Gütern und Dienstleistungen im digitalen Bereich darstellen wird. Im qualitativen Teil wird verglichen, wie eine Reihe von „Technologie-Mittelmächten“ (u.a. Deutschland, Israel, Südkorea, Taiwan, Frankreich, und Australien) mit ihrer unterschiedlich ausgeprägten Vulnerabilität gegenüber China und den USA im Bereich digitaler Technologien umgehen. Diskurse und tatsächliche Maßnahmen zur Erreichung von digitaler Autonomie im Spannungsfeld der chinesisch-amerikanischen digitalen Geopolitik und „Entkoppelung“ werden analysiert, sowie die beobachtbaren strukturellen Limitationen von digitalpolitischem Handeln durch Fragmentierung und Dependenz.

Förderung: gefördert durch die Konrad-Adenauer-Stiftung, Auslandsbüro China/Shanghai.

Laufzeit: Dezember 2020 – Juni 2021

 

 

Team:

Anna-Lena Kramer

Yen-Chi Lu, MA, Projektleitung

Prof. Dr. Maximilian Mayer, Projektleitung

Philip Nock, MA

Sebastian Trautwein

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