Chinas Moderne Begreifen - Europäische Reflexionen

Parteistaat und Ideologie
19.05.2022 von 18:30 bis 20:00

Chinas rasante Modernisierung hat das Land zu einer führenden Wirtschafts- und Technologiemacht mit globaler Strahlkraft werden lassen. Nicht erst die Covid-19-Pandemie hat verdeutlicht, dass Chinas Moderne aus europäischer Sicht eine Herausforderung darstellt, die normative, ökonomische und politische Fragen aufwirft. Die Dialogreihe “Chinas Moderne Begreifen— Europäische Reflexionen” nähert sich diesen Fragen aus vielzähligen Perspektiven und mittels der Brille unterschiedlicher Fachdisziplinen an. Einmal im Monat thematisieren namhafte Experten unterschiedliche Aspekte der heutigen chinesischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, hinterfragen diese kritisch und reflektieren zugleich die eigene, europäische Moderne.

Wissenschaft und Modernisierung in China
24.03.2022 von 18:30 bis 20:00

Dialogreihe: "Chinas Moderne Begreifen – Europäische Reflexionen" Welche Rolle spielt Wissenschaft für Chinas moderne Entwicklung in Wirtschaft und Gesellschaft? Wie hat sich das Institutionengefüge in höherer Bildung und Forschung im Laufe der Reform- und Öffnungspolitik verändert? Wie hängen Wissenschaft, Politik und Ideologie in Xis China zusammen? Können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler autonom arbeiten oder müssen sie politischen Vorgaben folgen? Ist die zentralisierte Steuerung ein Vorteil, der das Wissenschafts- und Innovationssystem des Westens zurückfallen lässt? Wie sollte die Zusammenarbeit zwischen deutschen und chinesischen Universitäten trotz wachsender Spannungsfelder aussehen und welche Grenzen und Potentiale bestehen?

Chinas ökonomischer Fußabdruck in Europa
24.02.2022 von 18:30 bis 20:00

Die Auswirkungen von Chinas wirtschaftlicher und politischer Präsenz in Europa sind Gegenstand hitziger Debatten. Obwohl chinesische Investitionen in den letzten Jahren rückläufig waren, ist die Frage umstritten, ob und wie viel Firmen aus China in verschiedene Sektoren und die sogenannte „kritische Infrastruktur“ investieren dürfen, zu der zum Beispiel Telekommunikation und Energieversorgung zählen. Trotz des Verhandlungsstillstands beim geplanten EU-China Investitionsabkommen blieben die Handelsverflechtungen während der Corona-Pandemie ungebrochen eng. Auch Chinas Absatzmarkt ist weiterhin zentral für zahlreiche europäische Firmen. Die zukünftige Ausrichtung der EU-China Beziehungen dürfte sich daher maßgeblich auf dem Feld der Ökonomie mitentscheiden.

Chinesische Globalisierung und moderne Metropolen
20.01.2022 von 18:30 bis 20:00

Chinas Metropolen sind kolossale Embleme der Moderne. Manche der Mega-Metropolen haben sich, wie Shenzhen und Chongqing, innerhalb kürzester Zeit aus kleinsten dörflichen Strukturen entwickelt; andere, wie Shanghai und Peking, haben ihren alten Glanz übertroffen und neue Weltgeltung errungen. Die chinesische Urbanisierung, einzigartig in Geschwindigkeit und Umfang, spiegelt sowohl die enormen Errungenschaften, als auch die Widersprüchlichkeiten der gesellschaftlichen und infrastrukturellen Modernität Chinas wider.

Spielarten des Kapitalismus und Ordnungspolitik in China
09.12.2021 von 18:30 bis 20:00

Wie funktioniert Chinas Wirtschaftssystem genau und welche ordnungspolitischen Ideen prägen die Richtungsentscheidungen seit der Öffnungs- und Reformpolitik 1978? Chinas ökonomische Struktur ist ein zentraler Schlüssel, um seine Zukunft als Weltwirtschaftsmacht und die Auswirkungen für westliche Unternehmen besser antizipieren zu können. Immer wieder zeigen sich im chinesischen „Staatskapitalismus“ komplexe Verflechtungen zwischen staatlicher Planung und Intervention einerseits und Marktdynamiken andererseits: Von der erfolgreichen Bekämpfung der absoluten Armut und dem Schicksal der Staatskonzerne über die Rolle von Sonderwirtschaftszonen wie z.B. Hongkong, bis hin zu Ideen wie „indigene Innovation“ und „doppelte Zirkulation“.

China als entwicklungspolitisches Gegenmodell
18.11.2021 von 18:30 bis 20:00

Dialogreihe im Rahmen des Projekts "Infrastrukturen der chinesischen Moderne“. Der unheimliche Erfolg Chinas entfaltet auch normative Anziehungskräfte. Was ist überhaupt das chinesische “Modell” und wie hat es sich im Laufe der Zeit verändert? Welche Auswirkungen hat der chinesische Einfluss in den afrikanischen Ländern? Dient der „chinesische Traum“ dort als Blaupause, oder ist dessen Softpower begrenzt? Kann Chinas entwicklungspolitisches Gegenmodell die Annahme widerlegen, dass anhaltendes Wachstum letztlich in gesellschaftlicher und politischer Liberalisierung münden müsse? Was ist anders an der heutigen Geltung Chinas im Vergleich mit dem früheren ideologischen Einfluss, aber auch mit Chinas Rolle in der Gruppe der „blockfreien“ Staaten sowie anderen Vereinigungen von Ländern des globalen Südens?

Flottenmodernisierung im Kontext chinesischer Geopolitik
28.10.2021 von 18:30 bis 20:00

Trotz des Status als klassische Landmacht verfolgt die Volksrepublik China seit den 1980er Jahren eine systematische Aufrüstung ihrer Seestreitkräfte. Zunächst Bestandteil der „Vier Modernisierungen“ Deng Xiaopings, haben sich die chinesischen Verteidigungsausgaben insgesamt stetig vergrößert, während die militärischen Kapazitäten spürbar zugenommen haben. In den letzten Jahren sind die Implikationen dieses Trends insbesondere im Bereich der Marine deutlich zu bemerken. Chinas Flotte hat eine enorme Größe erreicht, besitzt Flugzeugträger und moderne U-Boote und hat ihren Operationsradius bis in die Ostsee ausgedehnt. Zudem wurde im Jahr 2017 die erste chinesische Marinebasis in Dschibuti errichtet. Diese Entwicklungen werfen zahlreiche Fragen auf, die in unserer Veranstaltung adressiert werden sollen.

Chinas Tradition und Moderne in Fremd- und Selbstbildern
16.09.2021 von 18:30 bis 20:00

Seit mehr als 130 Jahren wird in China die Frage der Modernisierung öffentlich debattiert. Politische Demokratisierung, gesellschaftliche Moderne, kulturelle Erneuerung, wissenschaftlicher Fortschritt, und ähnliche Themen schienen aus Sicht von Beamtinnen, Händlerinnen, Reformerinnen unausweichlich zu sein. Die Debatten standen dabei unter dem existentiellen Eindruck des fast unüberbrückbaren Vorsprungs europäischer Länder. Noch bis vor kurzem war das China-Bild chinesischer Intellektueller davon geprägt, diesen Abstand verringern zu wollen und gegen den Orientalismus in der China-Wahrnehmung im Westen sowie die Asymmetrie einer hierarchischen Weltordnung gerichtet.

Zivilgesellschaft und Menschenrechte in der digitalen Diktatur
15.07.2021 von 18:30 bis 20:00

Dass Digitalisierung Gesellschaften grundlegend verändert, stimmt für China ebenso wie weltweit. Chinesinnen und Chinesen haben die vielfältigen neuen Nutzungsmöglichkeiten digitaler Technologien von den sozialen Medien bis hin zur elektronischen Justiz und im Gesundheitswesen schnell angenommen. Chinesische Digitalkonzerne haben kommerzielle Ökosystem geschaffen, die teils ihren Konkurrenten in den USA voraus sind. Die neuartigen und umfassenden Lenkungs- und Überwachungsdimensionen des chinesischen Internets stehen im Zentrum des Interesses, da sich in den letzten Jahren die politischen Rahmenbedingungen in China verhärtet haben und auch der Staats- und Parteiapparat in vielfältiger Weise digitale Technologien zur Überwachung seiner Bürger einsetzt.

Chinas Renaissance im Kontext globaler Geschichte
24.06.2021 von 18:30 bis 20:00

Wer heute in China von einer Metropole zur anderen reisen möchte, fährt bequem im „Renaissance EMU“. Der Name des 350 km/h fahrenden Hochgeschwindigkeitszuges ist kein Zufall. Bereits vor mehr als 100 Jahren, als das Kaiserreich zusammenbrach und die Phase der Republik begann, sprachen chinesische Gelehrte, Studierende und Politiker von einem neuen Zeitalter, eben einer Renaissance, die für ihr Land anbreche. Aber gab es wirklich eine Renaissance in China und wie unterscheidet sich die chinesische Version von der europäischen? Ist der Begriff mit all seinen normativen Geltungsansprüchen etwas einzigartig Europäisches oder so universell, dass er auch in Bezug auf Chinas Moderne authentisch angewendet werden kann? Und was bedeutet die chinesische Aneignung der Renaissance einerseits für Chinas heutiges Selbstverständnis als globalem Akteur und andererseits für europäische Sichten auf China?

Taiwan und die Zukunft der Demokratie in Asien
20.05.2021 von 18:30 bis 20:00

Taiwans rasche Modernisierung hat der Insel nicht nur Wohlstand gebracht, sondern auch eine lebendige und liberale politische Moderne geschaffen. Dabei ist Taiwan ein Labor für neue Formen der Demokratie – mit erstaunlichen Errungenschaften aber auch grellen Widersprüchen. Vor kurzem noch als strikt konservativ und anti-individualistisch verschrien, hat sich Taiwan zum asiatischen Vorreiter in Sachen demokratischer Innovationen, LGBTI-Rechten, und beim Umgang mit ethnischen Minderheiten gemausert. Was macht die noch junge Demokratie in Taiwan aus? Kann sich dort eine Blaupause für eine asiatische, liberal-multikulturelle Gesellschaft etablieren? Wie schafft es der Inselstaat, sich trotz der wachsenden Spannungen mit dem Festland zu emanzipieren? Wie gelingt es den Taiwanerinnen und Taiwanern, neue Formen digitaler Demokratie erfolgreich umzusetzen, und wie erweitert dieses Modell europäische Verständnisse von Demokratie?

Chinas Reaktion auf die Corona-Pandemie: Lehren für Europa?
22.04.2021 von 18:30 bis 20:00

Im zweiten Jahr der Covid-19-Pandemie werden die Folgen unterschiedlicher Strategien in Ostasien und Europa deutlicher. China hat sich früh für die Eliminierung von Sars-CoV-2 entschieden und ist nach einem hartem Lockdown, massivem Testen und dem Einsatz digitaler Technologien zu einer “Normalität” zurückgekehrt, die im Westen teils bewundernd, teils sehr kritisch betrachtet wird. Kann ein liberales Europa Lehren aus Chinas harter Pandemie-Politik ziehen? Was sind die außen- und wirtschaftspolitischen Konsequenzen von Chinas Strategie? Ist das politische System im Land während der Pandemie noch autoritärer geworden? Welche Fehler wurden beim ersten Ausbruch in Wuhan gemacht? Und was denken Chines*innen eigentlich über das europäische Pandemie-Management?

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