Sie argumentiert, dass im globalen Norden nationalistische Machtpolitik, Remilitarisierung und geoökonomischer Wettbewerb dominieren, während eine konsequente, langfristig ausgerichtete Klimapolitik der großen Pro-Kopf-Emittenten ausbleibt. Gleichzeitig verweist sie darauf, dass demokratische Mitteleinkommensländer des globalen Südens – angeführt von Brasilien als COP-Gastgeber sowie Südafrika als G20-Präsidentschaftsland – mehr Verantwortungsbereitschaft und multilateralen Gestaltungswillen zeigen.
Prof. Dr. Hornidge bewertet die Ergebnisse der COP in Brasilien als bisher begrenzt: Zwar sei keine Einigung auf einen Ausstieg aus fossilen Energieträgern erzielt worden, doch mit der Verabschiedung des Belém-Mechanismus sei ein wichtiger, wenn auch unzureichender Schritt gelungen. Vor diesem Hintergrund plädiert sie dafür, dass Europa und insbesondere Deutschland strategische Allianzen mit Mittelmächten in Lateinamerika, Afrika und Asien entlang gemeinsamer Ziele wie ökologischer Transformation und globaler Gerechtigkeit aufbauen, um neue Koalitionen für ambitioniertere Klimapolitik zu schaffen.