China als entwicklungspolitisches Gegenmodell: historische und globale Perspektiven

18. November 2021, 18:30 - 20:00 Uhr

Dialogreihe im Rahmen des Projekts "Infrastrukturen der chinesischen Moderne“

Spätestens mit der „Neuen Seidenstraßeninitiative“ wird China weltweit als entwicklungspolitisches Schwergewicht wahrgenommen. Nirgendwo auf der Welt zeigen sich die chinesischen Ambitionen so deutlich wie in Afrika: 11 Milliarden Dollar für einen Hafen in Tansania, 3,3 Milliarden Dollar für eine Bahnstrecke, die Äthiopien mit Dschibuti verbindet. Dass China mit solchen Investitionen nicht nur altruistische Politik betreibt, ist offensichtlich. Über die tatsächlichen Ziele wird heiß diskutiert. Um die Attraktivität des chinesische Entwicklungsmodell zu verstehen, braucht es eine historische Sicht, denn China steht nicht zum ersten Mal für ein globales Gegenmodell. In den 1950er- und 1960er-Jahren, als die Kommunistische Partei sich als Avantgarde der Dekolonisierung dargestellte, genoss der Maoismus im globalen Süden großes Ansehen. Chinesischer Ideologieexport funktionierte Hand in Hand mit Barfußärzten und Eisenbahnbau. Doch in der maoistischen Ära entwickelte sich China selbst ökonomisch weniger als erhofft. Erst nach umfassenden wirtschaftlichen Reformen und dem Zufluss ausländischer Investitionen entwickelte sich China zu dem Land, wie wir es heute kennen: einer Großmacht mit globaler Strahlkraft. Diese Entwicklung ist auch afrikanischen Staatschefs nicht entgangen. Um die vorhandenen Potenziale zu nutzen, braucht es Investitionen – die China bietet.

Der unheimliche Erfolg Chinas entfaltet auch normative Anziehungskräfte. Was ist überhaupt das chinesische “Modell” und wie hat es sich im Laufe der Zeit verändert? Welche Auswirkungen hat der chinesische Einfluss in den afrikanischen Ländern? Dient der „chinesische Traum“ dort als Blaupause, oder ist dessen Softpower begrenzt? Kann Chinas entwicklungspolitisches Gegenmodell die Annahme widerlegen, dass anhaltendes Wachstum letztlich in gesellschaftlicher und politischer Liberalisierung münden müsse? Was ist anders an der heutigen Geltung Chinas im Vergleich mit dem früheren ideologischen Einfluss, aber auch mit Chinas Rolle in der Gruppe der „blockfreien“ Staaten sowie anderen Vereinigungen von Ländern des globalen Südens?

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Ablauf

Begrüßung

Prof. Dr. Maximilian Mayer
Junior-Professor für Internationale Beziehungen und globale Technologiepolitik, Universität Bonn

Iris B. Müller
Referentin des Landesbüros NRW der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit

 

Im Gespräch

Inge Herbert
Leiterin des Subsahara-Afrika-Büros der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Johannesburg

Prof. Dr. Felix Wemheuer
Professor für Moderne China-Studien an der Universität zu Köln

Moderation

Alexander Demissie
Gründungsdirektor, ChinaAfricaAdvisory


Weitere Informationen

In Kooperation mit der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit.

Diese Veranstaltung hat in deutscher Sprache stattgefunden.


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