Getrieben durch die zuletzt verschärfte wirtschaftliche Krise und die hohe Inflation ist es im Iran zu massiven Protesten gekommen. Diese gingen, so Dr. Ali Fathollah-Nejad, zunächst von Kaufleuten aus, die besonders unter den gestiegenen Preisen litten. Infolge der US-Sanktionen erreichte die Inflation im Iran zeitweise die Marke von 50 Prozent. Die wirtschaftliche Schieflage führe zu einem Autoritätsverlust des Obersten Führers. Korruption und Misswirtschaft verstärkten diesen zusätzlich und schürten die Wut der Bevölkerung, so Dr. Ali Fathollah-Nejad weiter.
Ausgelöst wurden die Proteste durch das Vorhaben des Regimes, die fehlenden Öleinnahmen durch höhere Steuern auszugleichen. Angesichts der Inflation und der wirtschaftlichen Sanktionen stieß dieser Vorschlag auf großes Unverständnis und breite Empörung in der Bevölkerung, insbesondere unter den Kaufleuten Teherans. Dr. Ali Fathollah-Nejad betonte, dass das Regime vor allem den eigenen Machterhalt finanziere. Ausgaben für den Militär- und Sicherheitsapparat sowie für den Klerus hätten Vorrang vor der gesellschaftlichen Wohlfahrt. Die Bevölkerung sehe die Verantwortung zunehmend beim Regime selbst und fordere Veränderungen. Die Machtbasis der Regierung erodiere und könne künftig möglicherweise nicht mehr ausreichen, um das Regime zu tragen, so die Prognose von Dr. Ali Fathollah-Nejad.