Während die Politikberatung in den letzten Jahren immer mehr zu einem Berufsfeld auch für Politikwissenschaftler geworden ist, hat sich die Politikwissenschaft selbst bisher wenig wissenschaftlich mit der Politikberatung beschäftigt. Das neue Buch von Ulrich Schlie, welches als Studienführer angelegt ist, versucht eine Schneise in die bislang vorgelegten Veröffentlichungen zum Thema Politikberatung zu schlagen. Dabei werden nicht nur Erkenntnisse aus der Politikwissenschaft herangezogen, sondern auch Publikationen aus den Nachbardisziplinen - der Volkswirtschaftslehre, den Rechtswissenschaften, sowie den Medien- und Kommunikationswissenschaften - näher betrachtet. Neben einer Übersicht, wie sich die Beratung von Bundesregierung und Bundestag entwickelt und was diese Beratung kostet, informiert das Buch auch über geeignete Studiengänge zur Vorbereitung auf die berufliche Praxis der Politikberatung in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Ulrich Schlie kann als Autor auf Erfahrungen seines persönlichen beruflichen Werdegangs zurückgreifen, da er knapp 30 Jahre außerhalb der Universität gearbeitet hat, davon gehörte er 27 Jahre dem deutschen Auswärtigen Dienst an und hat dort wiederholt in politiknahen Verwendungen gearbeitet. Zur Entstehung des Studienführers hat daher maßgeblich der Austausch zwischen Politik und Wissenschaft beigetragen. So hat er von zahlreichen Gesprächen mit Praktikern in Politik, Wirtschaft und Medien profitiert.
Das Buch ist als Band der Schriftenreihe "Politikwissenschaft aktuell" des Herausgeberverlags utb erschienen. Diese Schriftenreihe orientiert sich insbesondere stark an den Bedürfnissen von Studierenden und soll die Grundlagen eines Themas sorgfältig darstellen und gleichzeitig ein vertieftes Verständnis für die Komplexität von politischen Sachverhalten schaffen. In diesem Sinne dient das Buch weniger als umfassendes Nachschlagewerk, sondern soll die Kompetenz vermitteln, Wissen anwenden zu können. Dies wird unter anderem durch einfache Sprache und den Verzicht auf manchen fachwissenschaftlichen Jargon erreicht.