Zunächst mahnte Dr. Ali Fathollah-Nejad eine differenzierte Betrachtung an, wenn über die völkerrechtliche Perspektive auf den Krieg im Iran diskutiert wird. Kriege seien grundsätzlich zu verurteilen, so seine Einschätzung. Gleichzeitig müsse man jedoch bedenken, dass der Iran in der jüngsten Vergangenheit selbst mehrfach das Völkerrecht gebrochen habe.
Mit Blick auf die potenziellen Auswirkungen des Krieges auf die Stabilität des Regimes sieht Dr. Ali Fathollah-Nejad nur geringe Chancen für einen Regimewechsel. Zwar sei die Führung bereits jetzt militärisch enorm geschwächt, doch langfristig könnte das Regime sogar gestärkt und noch autoritärer aus dem Konflikt hervorgehen.
Den Einsatz kurdischer Bodentruppen im Iran sieht er skeptisch. Zwar gebe es israelische Pläne für ein solches Szenario und auch die Amerikaner signalisierten zuletzt Unterstützung, doch ob die Kurden tatsächlich dazu bereit wären, bleibe unklar. Vielmehr könnte Donald Trump dazu tendieren, eine ähnliche Taktik wie in Venezuela zu verfolgen: Auf einen Enthauptungsschlag folgt eine Einigung mit den verbleibenden Teilen des Regimes.
Einen Erfolg für die Demokratiebewegung im Iran sieht Dr. Ali Fathollah-Nejad nur dann, wenn diese mit einer konsequenten diplomatischen und wirtschaftlichen Isolierung des Landes einhergeht. Zudem bedürfe es einer klaren Organisation der Zivilbevölkerung. Ansonsten werde es voraussichtlich nicht zu tiefgreifenden Veränderungen im Iran kommen.