Deutsch-Französischer Strategischer Dialog - Wenn Sport politisch wird: Sportdiplomatie in Frankreich und Deutschland

Fußball-Europameisterschaft in Deutschland, Olympische Sommerspiele in Frankreich. 2024 ist ein Jahr der Großereignisse im Herzen Europas. In Deutschland fiebert man bereits jetzt den Fußballspielen entgegen, in Frankreich wird ganz Paris als Austragungskulisse der Wettkämpfe präpariert und soll den romantischen Charme der Hauptstadt über die Spiele legen. 

Staaten investieren nicht nur des Sportgeists wegen in internationale Sportveranstaltungen. Sie wollen als Gastgeber glänzen, für sich auf der Weltbühne Werbung machen, Souveränität und ihre Werte demonstrieren. In diesem Zuge werden zunehmend politische und wirtschaftliche Interessen auf dem Rücken des Sports ausgetragen. Prominent ist das Beispiel der Fußball-WM in Katar 2022, deren Prunk von massiver Kritik an mangelnden Menschen- und Bürgerrechten begleitet wurde. Zwar verbitten sich die FIFA und das IOC politische und sozialkritische Statements und Symbolik - schließlich habe der Sport als international einendes Element im Mittelpunkt zu stehen - kanalysieren aber zugleich Partikularinteressen von Staaten von der Vergabe von Austragungsorten bis hin zur Unterdrückung von Solidaritätsbekundungen im Stadion. Sport bietet also einerseits ein großes Feld diplomatischer Sendungs- und Interaktionsmöglichkeiten, andererseits ist es umso heikler, sich auf diesem zu bewegen. 

Dennoch, gerade in Zeiten der Krisen steckt viel Hoffnung in Sportevents, doch noch irgendwie die Weltgemeinschaft zusammenzubringen.

Inwiefern wird die derzeitige angespannte Weltlage Einfluss auf die EM und Olympia nehmen? Welchen Stellenwert nimmt der Sport in Frankreich und Deutschland ein? Wie wollen sich die beiden Länder international präsentieren und welche Botschaften möchten sie senden? Und welche Haltungen zeigen die Länder gegenüber den internationalen Sportverbänden?

Diese und weitere Fragen diskutieren wir am 4. Juni beim Deutsch-französischen strategischen Dialog.


Programm

Begrüßung

Dr. Matthieu Osmont, Leiter des Institut français Bonn

 

Diskussion

Prof. Dr. Patrick Clastres, Professor für Kultur- und Politikwissenschaft, Université de Lausanne

Prof. Dr. Jürgen Mittag, Professor für Sportpolitik, Deutsche Sporthochschule Köln

Maria Schweizer, Sportredakteurin Deutschlandfunk

Moderation

Andreas Noll, Journalist, Deutschlandfunk/Deutsche Welle


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