Prof. Dr. Heinemann-Grüder betonte, dass von den Gesprächen vor allem ein Signal transatlantischer Geschlossenheit ausgehen müsse, da Präsident Putin weiterhin darauf setze, Europa und die USA gegeneinander auszuspielen. Wichtig seien gemeinsame rote Linien gegenüber Moskau und eine neue, abgestimmte Verhandlungsstrategie von USA, Europa und der Ukraine. Die Entsendung des US-Unterhändlers Steve Witcoff wertete er als positives Zeichen, da Europa dadurch erkennbar stärker in die Gespräche einbezogen werde.
Zum Stand des Friedensplans verwies Heinemann-Grüder darauf, dass bislang kaum Details bekannt seien, was er als potenziell förderlich für ernsthafte Verhandlungen einstufte. In Grundzügen zeichne sich jedoch ab, dass Russland bestimmte ukrainische Gebiete behalten solle und Kompromisse zur künftigen Größe der ukrainischen Streitkräfte sowie zur Rolle der NATO diskutiert würden. Zunächst müsse jedoch ein Waffenstillstand erreicht werden, bevor substanzielle Friedensverhandlungen möglich seien. Chancen für eine Annahme des Plans in Moskau sieht Heinemann-Grüder vor allem dann, wenn die Enttäuschung über unerfüllte Erwartungen an Präsident Trump, eine mögliche Annäherung der Türkei an die europäische Position, kombinierter Druck aus China und Indien sowie innenpolitische Spannungen in Russland den Kreml zu einem Umdenken bewegen.