Die aktuelle Lage im Iran sei sehr unübersichtlich und Informationen über die derzeitige Situation seien mit Vorsicht zu genießen. Währenddessen seien die wirtschaftlichen Schäden weltweit bereits jetzt immens und eine klare Exit-Strategie vonseiten der USA und Israels nicht zu erkennen.
Den Einsatz amerikanischer Bodentruppen schloss Dr. Joachim Weber weitestgehend aus. Für einen solchen sei ein monatelanger Aufmarsch nötig, den Zeitraum dafür habe man bereits verpasst. Auch der Prognose, dass der Einsatz kurdischer Bodentruppen eine schnelle Lösung des Konflikts bringen werde, sieht Dr. Joachim Weber kritisch gegenüber. Die Kurden seien nicht stark genug, um ernsthafte Veränderungen im Iran herbeizuführen; zudem sei es für sie eine schlechte Idee, sich erneut auf eine Partnerschaft mit den USA einzulassen, wie es zuletzt in Syrien der Fall war.
Zusätzlich sei eine vollständige Zerschlagung des Regimes zum jetzigen Zeitpunkt nicht denkbar. Ähnlich wie im Irak sei eine temporäre Schwächung mit anschließendem Wiedererstarken wahrscheinlich. Zwar sei es möglich, dass die großangelegten Angriffe des Irans in nächster Zeit deutlich nachließen, eine komplette Handlungsunfähigkeit sehe Dr. Joachim Weber jedoch derzeit nicht. Der Iran werde auch in Zukunft dazu in der Lage sein, Schiffe in der Straße von Hormus zu bedrohen.