Hinter der Verlegung europäischer Truppen zur Erkundung Grönlands mit dem Ziel, die Verteidigung der Insel und der Arktis zu verbessern, stehe ein klares Signal an Donald Trump und die USA: „Wir lassen uns das nicht gefallen.“
Dr. Joachim Weber betonte, dass der Westen eine eigene Präsenz in der Arktis lange Zeit vernachlässigt habe, jedoch auch keine konkrete Bedrohung aus dieser Richtung bestehe. Zwar besitze Russland eine nennenswerte Präsenz, diese sei jedoch vor allem defensiver Natur und stelle keine Bedrohung für Grönland oder die USA dar. Donald Trumps Vorwand, China und Russland würden Grönland übernehmen, wenn die USA dies nicht täten, sei ein reines Hirngespinst.
Die Amerikaner hätten die Entwicklungen in der Arktis verschlafen, und nun wolle Trump dies durch eine Annexion Grönlands ausgleichen. Dies sei jedoch völlig irrational, so Dr. Joachim Weber. Die Interessen der USA seien vor allem rohstofflicher, aber auch sicherheitspolitischer Natur. Es sei jedoch wichtig zu verstehen, dass die USA das Recht haben, Militärbasen auf Grönland zu errichten, und dass eine territoriale Übernahme folglich nicht notwendig sei, um die Sicherheit der Insel zu gewährleisten.
Der Streit innerhalb der NATO sei ein Geschenk an Russland, das die Spaltung des Bündnisses als strategisches Ziel verfolge. Donald Trump habe die NATO bereits weitestgehend geschwächt, so das abschließende Fazit von Dr. Joachim Weber.