Im Gespräch bewertete Weber die aktuelle Phase des Konflikts als den bislang ernstzunehmendsten Versuch, den Krieg auf diplomatischem Wege zu beenden. Die Chancen hierfür seien so hoch wie seit Beginn der Kampfhandlungen nicht mehr, auch wenn der Ausgang weiterhin offen bleibe.
Mit Blick auf den gemeldeten Angriff auf eine Residenz des russischen Präsidenten äußerte Weber Zweifel an einer direkten ukrainischen Urheberschaft. Er bezeichnete den Vorfall vielmehr als möglichen Versuch, den amerikanischen Präsidenten abzulenken und zu verwirren. Aus ukrainischer Perspektive wäre ein solcher Schritt äußerst unklug gewesen und erscheine daher wenig wahrscheinlich.
Hinsichtlich der Rolle der Vereinigten Staaten zeigte sich Weber überzeugt, dass der US-Präsident auch im kommenden Jahr keine überraschende Kursänderung vornehmen werde. Die Interessen der Ukraine und Europas spielten für ihn eine untergeordnete Rolle; handlungsleitend bleibe primär das Ziel, wirtschaftliche und strategische Vorteile für die USA zu sichern.