Zur Bekämpfung der russischen Schattenflotte entern und kontrollieren europäische Staaten Schiffe mit zweifelhaftem Flaggenstatus, die möglicherweise zur Umgehung von Sanktionen eingesetzt werden. Das jüngste Sanktionspaket der Europäischen Union erweiterte die Befugnisse im Umgang mit Schiffen der Schattenflotte und erlaubt auch den Verkauf von konfiszierter Ladung. Nun kündigte der russische Präsident Wladimir Putin bei einem Besuch auf einem Raketenkreuzer an, Russland werde mit spiegelbildlichen Maßnahmen auf europäische Aktionen gegen die Schattenflotte reagieren. Putin warf dem Westen Piraterie und Plünderung vor, und bekräftigte damit Aussagen des Ex-Präsidenten Dmitri Medwedew, der ebenfalls mit Angriffen auf Schiffe drohte, die Fracht für den Gegner transportieren.
Brake erklärte gegenüber der B.Z., die Drohungen sollten Ernst genommen werden. Bedrohungen für den Seehandel sind unmittelbar sicherheitsrelevant für Europa. Auch kleinere Zwischenfälle seien in der Lage, wirtschaftliche Disruptionen auszulösen, wenn beispielsweise Versicherungskosten steigen oder alternative Routen befahren werden müssen. Auch der Verband der deutschen Reeder (VDR) warnt davor, dass zivile Schiffe und Besatzungen zum politischen und militärischen Druckmittel werden.