In einem Bericht des Bonner General-Anzeigers wurde der Direktor des Center for Advanced Security, Strategic, and Integration Studies (CASSIS), Prof. Dr. Ulrich Schlie, Politikwissenschaftler und Historiker der Universität Bonn, als Experte zu den historischen Hintergründen der kürzlichen Bombenentschärfungen am Bonner Rheinufer befragt.
Das aufgrund der Dürre anhaltende Rekordniedrigwasser des Rheins hatte im August mehrere Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg, sogenannte Blindgänger, freigelegt. Neben Tellerminen und einer Panzerfaust wurde auch eine 125 Kilogramm schwere Brandbombe im nun trocken liegenden Teil des Flussbetts in der Nähe der Bonner Südbrücke gefunden. Am Abend des 17. August 2026 sperrte der Kampfmittelbeseitigungsdienst einen Umkreis von rund 300 Metern rund um den Fundort der Bombe am Heimkehrerweg/Von-Sandt-Ufer in Bonn-Hochkreuz ab, um den Blindgänger zu entschärfen. Als Folge waren nicht nur Rad- und Fußwege gesperrt sondern auch der Schiffsverkehr auf dem Rhein kurzzeitig unterbrochen.
Schlie erläuterte gegenüber dem General-Anzeiger, dass die wiederholten Funde von Blindgängern in der Nähe des Rheins besonders auf die letzte Kriegsphase zwischen Ende 1944 und Anfang 1945 zurückzuführen sind. So griffen beispielsweise amerikanische Bomber Anfang Januar 1945 mehrere Brücken entlang des Rheins an. Außerdem befanden sich entlang des Rheins deutsche Verteidigungsstellen, an welchen verschiedenste Waffen zum Einsatz kamen.