Zunächst betonte Dr. Moritz Brake, dass während der Beschlagnahmung des russischen Tankers eine Eskalation, trotz der Anwesenheit eines russischen U-Boots, so gut wie ausgeschlossen gewesen sei. Die USA hätten sich auf eine rechtliche Grundlage gestützt, die es ihnen ermöglicht, zunächst den Flaggenstatus zu verifizieren und, sollte es Zweifel daran geben, auch eine Beschlagnahmung vorzunehmen.
Grundsätzlich sind sich die Europäer und die Amerikaner sehr bewusst darüber, dass die russische Marine im Atlantik operiert; es sei jedoch wichtig, dass diese Operationen streng überwacht werden. Dies geschehe bereits, müsse jedoch beibehalten und bei Bedarf ausgebaut werden, so Dr. Moritz Brake weiter.
Weiterhin unterstrich Dr. Moritz Brake, dass die Europäer ihrerseits ähnlich mit Schiffen der russischen Schattenflotte verfahren könnten und dies auch sollten. Dies begründet er zum einen mit Umwelt- und Arbeitssicherheitsstandards, zum anderen sei es eine Frage der Glaubwürdigkeit. Wenn Europa weiterhin als ebenbürtiger und glaubwürdiger Partner der USA gelten wolle, müssten sie sowohl ihre eigenen als auch die amerikanischen Sicherheitsinteressen konsequent schützen. Würde man weiterhin zulassen, dass Russland Öl durch europäische Häfen und Gewässer transportiert, würde dies der europäischen Glaubwürdigkeit schaden. Nun gelte es, das Signal zu senden: „Wir lassen uns das Verhalten Russlands nicht gefallen!“