Die im Zuge der anhaltenden russischen hybriden Kriegsführung von der Bundesregierung verhängten Strafmaßnahmen, die unter anderem die Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn und des russischen Hauses in Berlin beinhalten, schätzt Dr. Joachim Weber, Senior Fellow am CASSIS, als maßvoll und angebracht ein. Viel sei allerdings nicht mehr im Köcher, dass man Russland als weitere Gegenmaßnahme auf weitere Zwischenfälle androhen könne. Der nächste Schritt sei der vollständige Abbruch der diplomatischen Beziehungen, so Weber. Er vergleicht die Beziehungen zwischen Russland und Deutschland mit zwei Zügen, welche auf dem selben Gleis aufeinander zufahren.
Weber sagte, man müsse Einschätzungen anderer Sicherheitsexperten, die er zuvor gemieden habe, wie beispielsweise dass man sich in einer Vorkriegssituation befinde, angesichts der Eskalation der Lage nun in sein Vokabular aufnehmen. Außerdem stellte er die Frage in den Raum, ob von europäischer Seite genug unternommen werde, um Gesprächskanäle mit Russland offen zu halten.