Im Mittelpunkt seiner Einschätzung steht die wachsende sicherheitspolitische Bedeutung von Offshore-Windparks als Teil des Stromnetzes. Der Krieg in der Ukraine sowie mutmaßliche Sabotageakte an Unterseekabeln hätten deutlich gemacht, dass diese Anlagen attraktive Ziele für systemische Rivalen darstellten. Der Schutz dieser Infrastruktur sei daher unerlässlich, um die Stabilität der Energieversorgung zu gewährleisten, so Brake.
Gleichzeitig verweist er auf die erheblichen Herausforderungen bei der Absicherung der Offshore-Anlagen. Um die ambitionierten Ausbauziele zu erreichen, würden Windparks zunehmend weiter von der Küste entfernt errichtet, teils sogar außerhalb nationaler Hoheitsgewässer. Dies erschwere den Schutz zusätzlich. Zwar existiere ein rechtlicher Rahmen, doch dessen klare Auslegung und konsequente Anwendung stellten Deutschland weiterhin vor Probleme. Auch die große räumliche Distanz der Anlagen mache eine effektive Sicherung komplexer.
Brake betont, dass ein wirksamer Schutz nur durch eine enge Zusammenarbeit zwischen den Betreibern der Windparks und den Anrainerstaaten möglich sei. Deutschland müsse dabei die vorhandenen Strukturen innerhalb von NATO und EU effizient nutzen. Erschwert werde dies jedoch durch die bestehende Zuständigkeitslage: Im Friedensfall sei die Bundeswehr nicht primär für den Schutz kritischer Infrastruktur verantwortlich, was zu sicherheitspolitischen Grauzonen führe.
Abschließend formuliert Brake einen klaren Appell. Deutschland müsse seine Marine deutlich stärken und insbesondere Tempo und Konsequenz beim Aufbau eines wirksamen Schutzes für Offshore-Windparks erhöhen. Angesichts der sicherheitspolitischen Lage sei ein Zögern nicht länger vertretbar, wenn die Energieversorgung langfristig resilient bleiben solle.