Die anstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt am 6. September 2026 werden bundesweit und international mit großem Interesse verfolgt. Trotz des historisch hohen Stimmenanteils der AfD zeichnet sich als mögliche Regierungsoption eine Koalition der CDU mit SPD, Grünen und Linken ab – vorausgesetzt, alle Parteien überwinden die Fünf-Prozent-Hürde. In diesem Szenario bliebe Schulze im Amt des Ministerpräsidenten.
Der Bonner Politikwissenschaftler Volker Kronenberg verweist in diesem Zusammenhang auf ein Paradoxon der gegenwärtigen Konstellation: Aus strategischer Sicht der CDU könnte ein Wahlergebnis mit absoluter Mehrheit der AfD paradoxerweise Erleichterung bedeuten, da sich die Partei damit der Notwendigkeit entzöge, ein breites, mehrere Parteien umfassendes Bündnis eingehen zu müssen. Diese Einschätzung verweist auf die strukturelle Zwangslage, in der sich die CDU befindet: Aufgrund eines parteiinternen Unvereinbarkeitsbeschlusses sind Koalitionen mit der Linkspartei ausgeschlossen, wodurch sich der Spielraum für Regierungsbildungen ohne AfD-Beteiligung erheblich verengt.
Ministerpräsident Schulze positioniert sich seinerseits klar gegen eine Abhängigkeit von den genannten Rändern des Parteienspektrums und schließt eine politische Zusammenarbeit sowohl mit der Linken als auch mit der AfD für sich aus.