Prof. Dr. Volker Kronenberg erklärte zunächst, dass die Linken und die Grünen gerade in Großstädten starke Ergebnisse erwarten könnten, da beide Parteien vor allem in urbanen Räumen stark verankert seien. Das Thema Mietpreise stehe dort für Wählerinnen und Wähler besonders im Fokus. Dies zeige sich in Berlin deutlicher als in Flächenländern wie Sachsen-Anhalt. Dort hätten die kleineren Parteien insbesondere durch die Zuspitzung des Wahlkampfes auf die beiden Kandidaten Sven Schulze und Ulrich Siegmund an Prominenz eingebüßt, wenngleich die Grünen ein unerwartet hohes Ergebnis erzielt hätten. Dies sei auf ein strategisches Abwägen der eigenen Stimme zurückzuführen, das auch in anderen Landtagswahlen zu erwarten sei, so Kronenberg.
Im zweiten Teil des Interviews reagierte Kronenberg auf Aussagen des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder auf einer Pressekonferenz mit dem österreichischen Bundeskanzler. Er präsentiere sich dort „staatsmännisch" und spreche über eine Reihe von Themen wie Migration, Bildung und Bürokratie in der Europäischen Union, lasse aber jegliche Kritik an Bundeskanzler Merz aus. In der aktuellen Debatte um die Zukunft von Friedrich Merz als Bundeskanzler halte sich Söder als erfahrener Politiker aus der Offensive heraus, schließe aber grundsätzlich nichts aus und werde in jedem Falle dafür sorgen, dass die CSU in Personalfragen auf Bundesebene mitreden könne.