Für Prof. Dr. Kronenberg ist der Brief der acht CDU-Ministerpräsidenten, der inmitten von Gerüchten um einen Austausch des Bundeskanzlers veröffentlicht wurde, ein Zeichen der Schwäche, wenngleich damit Stärke und Geschlossenheit innerhalb der Partei signalisiert werden soll. Der Brief hat die Absicht, zumindest vor den Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern die Lage in der Partei zu beruhigen. Falls die CDU allerdings schlecht abschneide oder in Mecklenburg-Vorpommern gar den Einzug in den Landtag verpasse, würden solche Diskussionen wieder geführt werden, da eine schlagartige Besserung der Situation nicht in Aussicht stehe, so Kronenberg.
Er betonte aber auch, dass beispielsweise Hendrik Wüst, Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens, angesichts der im nächsten Jahr anstehenden Landtagswahlen davor zögert, Merz als Bundeskanzler abzulösen. Generell sei die Führung der Bundesregierung angesichts stockender Reformen und Koalitionsversprechen sowie einer gespaltenen SPD schwierig, egal ob Merz oder jemand anderes Bundeskanzler sei.