Die Landtagswahl in Baden-Württemberg, die der Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir knapp für sich entschied, gilt als erster Stimmungstest für die schwarz-rote Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz, mit ernüchternden Signalen für beide Koalitionspartner. Während die CDU die Dreißig-Prozent-Marke kaum überschreiten kann und die SPD auf unter sechs Prozent abstürzte, bleibt die AfD mit rund 20 Prozent eine fest verankerte Protestkraft, die Koalitionsbildungen erschwert, ohne selbst regierungsfähig zu sein, analysiert Ulrich Schlie. Besonders gravierend ist der Einbruch der FDP, die in ihrem traditionellen Stammland erstmals seit 1952 nicht mehr im Landtag vertreten ist, was ein Zeichen für ein zunehmend verkrustetes Parteiensystem ist, das echte Reformen strukturell erschwert.
Prof. Dr. Ulrich Schlie bei TRT zu den Landtagswahlen in Baden-Württemberg Prof. Dr. Ulrich Schlie bei TRT zu den Landtagswahlen in Baden-Württemberg
Die Landtagswahl markiert den Auftakt eines wichtigen Wahljahres in Deutschland. Das Ergebnis zeigt neue Kräfteverhältnisse im Parteiensystem, so Ulrich Schlie.
Landtagswahlen in Baden-Württemberg
© Unsplash/ Mika Baumeister
Alle Bilder in Originalgröße herunterladen
Der Abdruck im Zusammenhang mit der Nachricht ist kostenlos, dabei ist der angegebene Bildautor zu nennen.
Die vollständige Nachbetrachtung der Landtagswahl können Sie hier lesen.
Prof. Dr. Ulrich Schlie ist Henry-Kissinger-Professor für Sicherheits- und Strategieforschung.