Die Arktis sei eine wichtige Region, welche im Zuge der klimatischen Veränderungen weiter an Relevanz gewinnen werde, so die Prognose von Dr. Joachim Weber. Dort träfen zunehmend mehr Interessengruppen aufeinander.
Die NATO-Übung sende jedoch ein Signal an Russland, dass die NATO sich der Relevanz des Gebietes bewusst sei. Eine anderes Signal gehe direkt an die USA. Die Europäer signalisieren mit der Übung, dass sie die Sicherheitsinteressen der USA rund um Grönland ernst nehmen.
Dr. Joachim Weber betonte jedoch, dass die Übung vor allem Placebo sei. Russland verfüge über etwa 50 Prozent der arktischen Fläche. Die russische Militärpräsenz sei vorwiegend defensiv und bisher seien keine offensiven Bestrebungen zu erkennen. Ob dies in Zukunft jedoch so bleibe, könne man nicht eindeutig beurteilen, da dies auch von anderen Faktoren, wie etwa dem Ukraine-Krieg abhänge.
Zudem sei es ein Irrglaube, dass Europa nicht die Mittel habe um die Arktis zu schützen. Viel mehr sei es so, dass die USA die Arktis verschlafen hätten, so Dr. Joachim Weber. NATO-Mitglieder im Norden Europas sein hier deutlich weiter.
Darüber hinaus sei es zu begrüßen, dass Europa mehr Verantwortung innerhalb des Bündnisses übernehme. Die Übergabe wichtiger Kommandoposten an europäische Nationen ändere wenig an der Verteidigungsfähigkeit der NATO, führe Europa jedoch an mehr Verantwortung für die eigene Sicherheit ran.