Die Hoffnungen auf einen schnellen Frieden seien überzogen, so Dr. Frank Umbach. Die zentrale Frage, die weiterhin im Raum stehe, betreffe die Sicherheitsgarantien. Ob und inwiefern europäische Truppen auf ukrainischem Gebiet stationiert werden könnten, sei unklar – zumal dies den Interessen Russlands widerspreche, das vor allem auf eine Schwächung und Demilitarisierung der Ukraine abziele. Es sei daher höchst unwahrscheinlich, dass Russland Sicherheitsgarantien zustimmen würde. Putin spiele weiterhin auf Zeit, so die Einschätzung von Dr. Frank Umbach.
Mit dem Vorschlag einer Übergangsverwaltung verfolge Putin vor allem ein Ziel: Er wolle die Legitimität und Handlungsfähigkeit der ukrainischen Regierung infrage stellen und sie dadurch schwächen.
Dass Europa auch an dieser Verhandlungsrunde nicht teilnehme, sei problematisch, jedoch der Bequemlichkeit der Europäer geschuldet. Man habe den USA die Verhandlungen überlassen und lediglich reaktiv gehandelt. Regelmäßig sei man von den Zugeständnissen der USA an Russland überrascht worden und anschließend mit Schadensbegrenzung beschäftigt gewesen, anstatt die eigenen Interessen klar zu kommunizieren.