Nach seiner Einschätzung offenbare diese Maßnahme einen deutlichen Rückfall in den Merkantilismus: US-Präsident Donald Trump plane, die zusätzlichen Zolleinnahmen zur Reduzierung des Haushaltsdefizits zu verwenden. Weber betonte, dass dies eine Abkehr vom Freihandel und von der regelbasierten Zwischenstaatlichkeit darstelle – eine Entwicklung, die nach seiner Einschätzung kaum gut enden werde.
Zugleich kritisierte Dr. Weber die Rolle der Vereinigten Staaten innerhalb der internationalen Bündnisse. Für die USA spiele die Solidarität im Rahmen der NATO und anderer multilateraler Abkommen zunehmend eine geringere Rolle. Er sprach von einer amerikanischen Arroganz, die sich in der Androhung von Strafzöllen und dem eigenmächtigen Vorgehen gegen Partnerstaaten zeige.
Weber warnte, dass diese Politik das Vertrauen zwischen den transatlantischen Partnern weiter untergrabe und langfristig die Stabilität des internationalen Systems gefährden könne. Für Europa sei es daher notwendig, eigene wirtschaftliche und strategische Handlungsoptionen zu entwickeln, um sich nicht einseitig der amerikanischen Politik unterordnen zu müssen.