Der Schutz dieser Infrastruktur sei lange Zeit kaum mitgedacht worden. Bis zum Beginn des Krieges in der Ukraine habe man Offshore-Windparks primär unter energie- und klimapolitischen Gesichtspunkten betrachtet. Die jüngsten russischen Sabotageakte gegen Strom- und Internetkabel hätten jedoch deutlich gemacht, wie verwundbar diese Systeme seien. Besonders problematisch sei, dass Reparaturen an Unterseekabeln oft sehr zeitaufwendig seien und in dieser Zeit erhebliche Versorgungsrisiken entstünden.
Umbach weist zudem auf strukturelle Schwächen bei der Anbindung vieler Offshore-Windparks hin. Teilweise fehlten redundante Stromkabel für den Abtransport der erzeugten Energie. In einigen Fällen seien sogar mehrere Windparks – etwa ein britischer und ein norwegischer – über ein einziges zentrales Kabel mit dem Festland verbunden. Diese Praxis senke zwar die Kosten, erhöhe jedoch das sicherheitspolitische Risiko erheblich, da ein einzelner Ausfall weitreichende Folgen haben könne.
Abschließend kritisiert Umbach, dass diese Kosten-Nutzen-Kalkulation weiterhin weit verbreitet sei. Sicherheit werde in der Planung von Offshore-Infrastruktur häufig als reiner Kostentreiber wahrgenommen und nicht als notwendige Investition in Resilienz. Angesichts der veränderten Bedrohungslage sei jedoch ein grundlegendes Umdenken erforderlich: Der Schutz von Offshore-Windanlagen müsse künftig von Anfang an integraler Bestandteil der Planung sein.