Dr. Frank Umbach sieht bei den Sabotageakten eine steigende Intensität. Der Drohnenangriff in Leipzig stelle eine neue Eskalationsstufe dar. Schutz kritischer Infrastruktur sei dabei weiterhin unzureichend, wie die Sabotageakte an den beiden Umspannwerken zeigten. Er betont zudem, dass ähnliche Anschläge in den letzten Monaten auch das Baltikum und andere europäische Staaten getroffen haben, dies in Deutschland aber kaum wahrgenommen werde, weil man sich daran fast schon gewöhnt habe.
Russische Geheimdienste führten Sabotageakte meist nicht selbst aus, lieferten aber Planung, Informationen und Unterstützung. Auch militante Umweltaktivisten könnten dabei im russischen Interesse vorgehen, wissentlich oder unwissentlich. Die Attribution gestalte sich jedoch schwierig. Verschiedene Tätermilieus lernten zudem voneinander, etwa aus Fehlern und den Reaktionen der Sicherheitsbehörden.
Angreifer profitierten stark vom technischen Fortschritt wie beispielsweise in der Drohnentechnologie sowie von frei zugänglichen Informationen im Netz wie etwa Satellitenbildern, die Anschläge erleichtern. Die Lage sei eine völlig andere als noch im Kalten Krieg, da es vergleichbare Sabotageakte im rahmen einer hybriden Kriegsführung noch nicht gab. Sein Fazit: Man habe die "Tore zur eigenen Infrastruktur selbst weit aufgemacht", da seit Jahren zu viele sicherheitsrelevante Informationen öffentlich zugänglich seien.