22. Januar 2026

Dr. Joachim Weber bei phoenix vor Ort zu Grönland während des Weltwirtschaftsforums Dr. Joachim Weber bei phoenix vor Ort zu Grönland während des Weltwirtschaftsforums

Dr. Joachim Weber war am 22. Januar bei phoenix vor Ort zu Gast, um über die aktuelle Lage im Grönland-Konflikt vor dem Hintergrund des Weltwirtschaftsforums in Davos zu sprechen.

Dr. Joachim Weber bei phoenix
Dr. Joachim Weber bei phoenix © phoenix
Alle Bilder in Originalgröße herunterladen Der Abdruck im Zusammenhang mit der Nachricht ist kostenlos, dabei ist der angegebene Bildautor zu nennen.
Bitte füllen Sie dieses Feld mit dem im Platzhalter angegebenen Beispielformat aus.
Die Telefonnummer wird gemäß der DSGVO verarbeitet.

Weber begann mit einer kritischen Bestandsaufnahme der Europäischen Union: Die EU stehe schwach da, so seine Einschätzung. Man sei gut in schönen Worten, lasse diesen jedoch nur wenige Taten folgen.

Als Antwort auf die durch die USA angedrohten Zölle habe die Europäische Union zwar eigene Zölle angekündigt, diese bislang nicht umgesetzt, so Dr. Joachim Weber. Zwar habe Europa zusätzliche Strafzölle im Zusammenhang mit Grönland vermieden, doch die Überweisung des Mercosur-Abkommens an den Europäischen Gerichtshof (EuGH) habe ein fatales Signal an die Welt gesendet. Europa brauche neue Partner, um die USA als Handels- und Sicherheitsakteur auszugleichen.   Derartige Abstimmungen vergrätze potentielle Partner jedoch. Besonders scharf kritisierte Dr. Joachim Weber die Parteien der Mitte, welche die Überweisung ebenfalls mit getragen haben. Mit dieser Entscheidung habe die EU signalisiert, dass sie weder wolle noch könne. Das Scheitern von Mercosur stoße insbesondere in Russland, China und den USA auf offene Freude.

Dr. Weber betonte erneut die wachsende Zerstörungskraft der amerikanischen Politik für die NATO. Ziel der Vereinigten Staaten sei es, die europäischen Staaten zu isolieren, um sie anschließend zu nachteiligen Abkommen zu bewegen.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, sei eine Einigung Europas von entscheidender Bedeutung. Die Kernstaaten müssten handlungsfähige, verteidigungspolitische Strukturen schaffen. Problematisch sei dabei, dass Europa seit rund 30 Jahren in einer Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten lebe und nun Außen- und Sicherheitspolitik weitgehend neu erlernen müsse. Nur durch eine klare, gemeinsame Strategie könnten die europäischen Staaten ihre Interessen wahren und sich unabhängiger von amerikanischem Druck positionieren.

Das ganze Interview mit Dr. Joachim Weber sehen Sie hier

Dr. Joachim Weber ist Senior Fellow für Strategische Vorausschau und Risikoanalyse am CASSIS.

Wird geladen