Das Scheitern des deutsch-französischen Rüstungsprojekts habe immensen Schaden verursacht. Es sei unwahrscheinlich, dass Deutschland und Frankreich nun eigenständig ein Kampfflugzeug der sechsten Generation entwickeln könnten. Als Alternative komme etwa ein Beitritt zum britisch geführten GCAP-Projekt in Betracht. Dieses sei jedoch bereits fortgeschritten, sodass offen bleibe, ob ein später Einstieg überhaupt noch möglich sei, so Weber.
Als Hauptursache für das Scheitern nennt Weber das französische Rüstungsunternehmen Dassault. Dieses habe entgegen den ursprünglichen Vereinbarungen eine stärkere Führungsrolle Frankreichs innerhalb des Projekts beansprucht. Der daraus entstandene Konflikt sei schließlich auch politisch nicht mehr lösbar gewesen.
Besonders kritisch sei die verlorene Zeit angesichts der aus seiner Sicht zunehmenden Unzuverlässigkeit des amerikanischen Nuklearschirms. Deshalb sei es dringend erforderlich, gemeinsam mit Frankreich eine Debatte über nukleare Abschreckung und Sicherheitsgarantien zu führen. Die deutsche Politik verweigere sich dieser Diskussion jedoch bislang.