Dr. Brake kommt zu dem Schluss, dass die Angriffe der den Jemen kontrollierenden Huthi weit über den Gaza-Konflikt hinausgehen und für die Miliz erhebliche machtpolitische Vorteile bieten. Laut Brake verschaffen sie internationale Sichtbarkeit sowie innen- und außenpolitische Legitimität und knüpfen an tief verankerte anti-israelische und anti-westliche Ressentiments an, die sowohl bei Schiiten als auch Sunniten mobilisierend wirken. Zugleich würden sie der Stabilisierung der eigenen Machtbasis dienen, etwa durch Waffen, Technologie und Know-how von Unterstützern wie Iran, Russland und China. Der Gaza-Konflikt war dabei lediglich der initiale Anlass; tatsächlich zielen die Huthi auf einen umfassenderen Konflikt mit dem Westen, auf Druck gegenüber Europa, eine Schwächung regionaler Wirtschaftsstrukturen und strategischen Einfluss in der MENA-Region.
Dr. Brake betonte, dass die Sicherheit im Roten Meer ein zentrales langfristiges strategisches Interesse der EU und Deutschlands sei. Sie lasse sich jedoch nur erreichen, wenn die machtpolitischen und wirtschaftlichen Anreize für die Huthi systematisch reduziert werden. Dafür seien regionale Partner und der Einsatz des gesamten politischen und militärischen Instrumentariums notwendig. Deutschland werde aufgrund seiner Schlüsselrolle für die Handlungsfähigkeit der EU dabei eine besondere Verantwortung tragen.