15. Juni 2026

Dr. Enrico Fels beim Roundtable LIVE auf der ILA Berlin Dr. Enrico Fels beim Roundtable LIVE auf der ILA Berlin

Dr. Enrico Fels war am 11. Juni zu Gast beim Roundtable LIVE auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin. Die Diskussion unter der Überschrift „Schreibt die Macht das Recht um?“ drehte sich vor allem um die aktuell entstehenden Sicherheitszonen um Anlagen im Weltraum und das internationale Recht im All. 

Dr. Enrico Fels beim Roundtable LIVE auf der ILA
Dr. Enrico Fels beim Roundtable LIVE auf der ILA © Spacewatch
Alle Bilder in Originalgröße herunterladen Der Abdruck im Zusammenhang mit der Nachricht ist kostenlos, dabei ist der angegebene Bildautor zu nennen.
Bitte füllen Sie dieses Feld mit dem im Platzhalter angegebenen Beispielformat aus.
Die Telefonnummer wird gemäß der DSGVO verarbeitet.

Es sei eine Normalität, dass sich das internationale Recht den jeweiligen Machtverhältnissen anpasse. Gleichzeitig stelle dies jedoch eine Herausforderung dar, da Gefährdungen kritischer Infrastruktur im All erhebliche Eskalationspotenziale bergen. Die gegenwärtige Situation biete dennoch auch Chancen: Eine stärkere rechtliche Regulierung des Weltraums könne die Kommerzialisierung fördern und damit langfristig zu mehr Stabilität beitragen.

Das Kernproblem von Sicherheitszonen im Weltraum bestehe darin, dass eine Territorialisierung dort völkerrechtlich nicht möglich sei. Zwar sei das Interesse von Staaten nachvollziehbar, die Umgebung ihrer wertvollen Weltrauminfrastruktur zu schützen, doch könne dies nur durch internationale Aushandlungsprozesse sowie verbindliche Verhaltensregeln erreicht werden. Europa müsse sich daher in internationalen Organisationen aktiv für die Schaffung belastbarer Regime einsetzen. Um dort wirksam Einfluss ausüben zu können, benötige Europa jedoch eigene Fähigkeiten und Präsenz im All und müsse zugleich bereit sein, auch mit Staaten wie Russland oder China Kompromisse und Vereinbarungen zu erzielen.

Ein wesentliches Hindernis sei die sogenannte „Weltraumblindheit“. In Deutschland beschäftigten sich bislang nur wenige Professuren der Rechts-, Wirtschafts- oder Politikwissenschaft systematisch mit weltraumbezogenen Fragestellungen. Der Ausbau von Forschung und Lehre in diesem Bereich sei jedoch essenziell, um die bestehende akademische Lücke zu schließen und die notwendige Expertise für künftige Herausforderungen aufzubauen und auch die Bevölkerung für die Rolle von kritischer Weltrauminfrastruktur zu sensibilisieren.

Darüber hinaus sei der Aufbau eigener Offensivfähigkeiten sowie eine transparente Kommunikation über deren mögliche Anwendung von Bedeutung. Nur wer glaubwürdig über entsprechende Fähigkeiten verfüge, werde von anderen Akteuren ernst genommen und könne durch Abschreckung zur Stabilität beitragen.

Die ganze Diskussion mit Dr. Enrico Fels finden Sie hier.

Dr. Enrico Fels
Center for Advanced Security, Strategic and Integration Studies (CASSIS)
Universität Bonn
Tel. +49 228 73 62995
E-Mail: fels@uni-bonn.de

Wird geladen