18. Dezember 2025

Dr. Iulian Romanyshyn analysiert in einem Artikel für das American-German Institute mögliche Sicherheitsgarantien für die Ukraine Dr. Iulian Romanyshyn analysiert in einem Artikel für das American-German Institute mögliche Sicherheitsgarantien

Dr. Iulian Romanyshyn wägt in einem Artikel für das American-German Institute verschiedene Möglichkeiten Sicherheit zu garantieren gegeneinander ab und analysiert, warum die Ukraine einen Wandel weg vom Empfänger von Sicherheit hin zu einem Sicherheitsgaranten durchmacht.

Ukraine Sicherheitsgarantien
Ukraine Sicherheitsgarantien © Pixabay
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Dr. Iulian Romanyshyn hat sich in einem am 18.Dezember auf der Website des American-German Institute veröffentlichten Beitrag mit der zentralen Frage möglicher Sicherheitsgarantien für die Ukraine auseinandergesetzt. Im Zentrum seiner Analyse steht die Unterscheidung zwischen zwei grundlegenden Ansätzen: vertraglich verankerten Sicherheitsgarantien – etwa nach dem Modell kollektiver Verteidigungssysteme wie der NATO – und materiellen Sicherheitsgarantien, die sich in der kontinuierlichen Bereitstellung militärischer Fähigkeiten ausdrücken.

Für den konkreten Fall der Ukraine, so Romanyshyn, stellen materielle Sicherheitsgarantien das derzeit einzig realistische und wirksame Instrument dar. Vor dem Hintergrund, dass die Vereinigten Staaten inzwischen keine Waffen mehr direkt an die Ukraine liefern, erwachse Europa eine unmittelbare sicherheitspolitische Ausgleichspflicht. Die Ukraine verfüge gleichwohl über ein tragfähiges Fundament, insbesondere in Form erheblicher Truppenstärke sowie einer wachsenden industriellen Basis im Verteidigungssektor.

Europa könne in diesem Kontext vor allem durch finanzielle und industrielle Unterstützung wirksam werden, etwa durch die Finanzierung von Rüstungsgütern aus amerikanischer Produktion oder durch gezielte Investitionen in die ukrainische Rüstungsindustrie selbst. Auf diese Weise ließen sich materielle Sicherheitsgarantien substantiell untermauern, ohne auf formale Beistandsverpflichtungen zurückgreifen zu müssen.

Ergänzend zu diesen materiellen Garantien erörtert Romanyshyn die Option, Truppenkontingente aus einer sogenannten „Koalition der Willigen“ zur Absicherung eines möglichen Waffenstillstands einzusetzen. Die Signalwirkung, welche von der Bereitschaft zur Stationierung von Bodentruppen in der Ukraine ausgeht sei nicht zu unterschätzen. Vor allem ginge es jedoch darum den USA zu verdeutlichen, dass Europa selbst für seine Sicherheit sorgen könne, wodurch die Bündnistreue der Amerikaner gesichert werden solle, so Romanshyn.

Insgesamt diagnostiziert Romanyshyn einen strategischen Wendepunkt in der sicherheitspolitischen Entwicklung der Ukraine. Das Land habe mittlerweile einen Punkt erreicht, an dem es sich zunehmend vom reinen Empfänger externer Sicherheitsleistungen zu einem aktiven Anbieter von Sicherheit entwickle, etwa durch Beiträge im Bereich der Drohnenabwehr. Damit verändere sich nicht nur die Rolle der Ukraine im europäischen Sicherheitsgefüge, sondern auch das Verständnis von Sicherheitsgarantien im 21. Jahrhundert.

Den ganzen Artikel von Dr. Iulian Romanyshyn lesen Sie hier.

Dr. Iulian Romanyshyn ist Senior Fellow am Center for Advanced Security, Strategic and Integration Studies
und Lehrbeauftragter des Master of Arts Programm 'Strategy and International Security'.

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