25. Januar 2026

Dr. Hans-Dieter Lucas bei Euronews über das transatlantische Bündnis Dr. Hans-Dieter Lucas bei Euronews über das transatlantische Bündnis

Dr. Hans-Dieter Lucas analysierte am 25. Januar in einem Artikel für Euronews den Zustand und die Zukunft des transatlantischen Bündnisses.

NATO
NATO © Urheber
Alle Bilder in Originalgröße herunterladen Der Abdruck im Zusammenhang mit der Nachricht ist kostenlos, dabei ist der angegebene Bildautor zu nennen.
Bitte füllen Sie dieses Feld mit dem im Platzhalter angegebenen Beispielformat aus.
Die Telefonnummer wird gemäß der DSGVO verarbeitet.

Im Zentrum seiner Betrachtung steht die Erkenntnis, dass Europa unabhängiger von den Vereinigten Staaten werden müsse. Spätestens seit der Rede von JD Vance auf der Münchener Sicherheitskonferenz im vergangenen Jahr sei deutlich geworden, dass die USA sich zunehmend von den gemeinsamen Werten verabschieden. Dieser Eindruck habe sich durch die jüngste Zollpolitik, den 28-Punkteplan und die amerikanische Sicherheitsstrategie weiter verstärkt. Auch die Grönland-Krise habe tiefe Risse in der transatlantischen Partnerschaft offenbart: Zwar habe man sich in der Sache einigen können, der Vertrauensverlust sei jedoch erheblich.

Lucas weist darauf hin, dass diese Entwicklung auch Putin in seiner Strategie bestärke, abzuwarten, bis sich die NATO möglicherweise selbst aushölt. Zugleich habe die Grönland-Krise jedoch gezeigt, dass ein geeintes und entschlossenes Europa sich gegenüber den USA zur Wehr setzen könne. Für Europa ergeben sich daraus nach Lucas zwei zentrale Herausforderungen: Zum einen die fortgesetzte Unterstützung der Ukraine, zum anderen die Sicherung des Zusammenhalts der NATO, die weiterhin ein zentraler Pfeiler der europäischen Sicherheit bleibe – insbesondere angesichts der fortbestehenden Abhängigkeit von der nuklearen Abschreckung der Vereinigten Staaten.

Abschließend formuliert Lucas konkrete Handlungsempfehlungen für Europa. Ein selbstständigeres Vorgehen sei dringend erforderlich, vor allem im Bereich der Verteidigung des eigenen Territoriums, da die Amerikaner sich zunehmend aus Europa zurückzögen. Zudem gelte es zu verhindern, dass Russland und die USA einen Friedensschluss in der Ukraine aushandelten, der zu Lasten der Ukraine und Europas gehe. Europa müsse sich proaktiv einbringen und seine roten Linien klar definieren.

Am Ende betonte Lucas, dass Europa keineswegs machtlos sei. Der Schlüssel liege in einem geschlossenen und verlässlichen Auftreten, das die strategische Handlungsfähigkeit des Kontinents langfristig sicherstelle.

Den ganzen Artikel von Dr. Hans-Dieter Lucas lesen Sie hier

Dr. Hans-Dieter Lucas ist Botschafter a.D. und Senior Fellow am Center for Advanced Security, Strategic and Integration Studies (CASSIS).

Wird geladen