Anders als häufig behauptet, sei die iranische Führung nicht zwangsläufig gestärkt aus dem Konflikt hervorgegangen. Zwar habe sich die außenpolitische Lage des Landes teilweise verbessert, innenpolitisch stehe das Regime jedoch aufgrund der erheblichen Kriegsschäden, hoher Arbeitslosigkeit und steigender Preise unter starkem Druck. Die politische und wirtschaftliche Krise verschärfe zudem die ohnehin schwierige Lage der Bevölkerung. Auch die für den Wiederaufbau in Aussicht gestellten Mittel würden nach Einschätzung von Fathollah-Nejad zunächst dem Regime zugutekommen und dessen politische Ziele unterstützen.
Die Begründung des Krieges mit dem iranischen Nuklearprogramm bewertet Fathollah-Nejad vor allem als Vorwand. Israel und die USA hätten demnach keinen Regimewechsel angestrebt, sondern vielmehr versucht, die militärischen Fähigkeiten des Iran, insbesondere sein Raketenprogramm, zu schwächen. Ob dieses Ziel erreicht worden sei, erscheine jedoch fraglich. In der Nuklearfrage hält er es für denkbar, dass Teheran ein Moratorium für die Urananreicherung anbietet. Selbst im Falle eines Abkommens bleibe die Sicherheit in der Straße von Hormus jedoch langfristig gefährdet.
Die diplomatischen Beziehungen zwischen dem Iran und den arabischen Golfstaaten betrachtet Fathollah-Nejad als nachhaltig belastet. Zur Begründung verweist er darauf, dass ein Großteil der iranischen Vergeltungsschläge gegen diese Staaten gerichtet gewesen sei. Zugleich hätten die Golfstaaten kein Interesse an einer weiteren Eskalation des Konflikts. Sie befürchteten zudem, dass zentrale sicherheitspolitische Fragen in möglichen Verhandlungen nicht ausreichend berücksichtigt würden.