25. Mai 2026

Kolloquium zum Sonderkreis von Ludwig Erhard Kolloquium zum Sonderkreis von Ludwig Erhard

Am 22. Mai 2026 veranstaltete die Ludwig-Erhard-Stiftung in Kooperation mit Prof. Dr. Ulrich Schlie ein wissenschaftliches Kolloquium zur Regierungszeit Ludwig Erhards. Im Zentrum standen der „Sonderkreis“, der institutionalisierte Beraterzirkel Erhards von 1964 bis 1966, sowie das daraus hervorgegangene Konzept der „Formierten Gesellschaft“, das Erhard erstmals im Bundestagswahlkampf 1965 präsentierte.

Kolloquium zum Sonderkreis von Ludwig Erhard
Kolloquium zum Sonderkreis von Ludwig Erhard © CASSIS
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Im Rahmen des Kolloquiums wurden Erhards Regierungsstil, die Rolle seiner Berater sowie Entstehung, politische Bedeutung und Scheitern der „Formierten Gesellschaft“ diskutiert. Grundlage der Analyse des Sonderkreises war unter anderem die erstmalige systematische Auswertung der im Archiv der Ludwig-Erhard-Stiftung überlieferten Protokolle. Dabei wurde deutlich, dass der heterogen zusammengesetzte Beraterkreis insbesondere bei der Vorbereitung von Reden und Wahlkampfauftritten eine wichtige Unterstützung für Erhard darstellte.

Die Beiträge beleuchteten zudem die politischen und gesellschaftlichen Hintergründe des Konzepts. Diskutiert wurde insbesondere die Frage, inwieweit die „Formierte Gesellschaft“ als Reaktion auf die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen der 1960er Jahre verstanden werden kann und welche ordnungspolitischen Überlegungen damit verbunden waren. Zugleich wurde herausgearbeitet, dass das Scheitern des Konzepts weniger auf seine grundsätzlichen Anliegen als auf dessen politische und kommunikative Vermittlung zurückzuführen war.

Die Ergebnisse der Veranstaltung werden im Mai 2027 in einem Sammelband veröffentlicht.

Link zu der Publikation

Prof. Dr. Ulrich Schlie, Henry-Kissinger-Professor für Sicherheits- und Strategieforschung

Lars Hendrik See, M.A.

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