Im Rahmen des Kolloquiums wurden Erhards Regierungsstil, die Rolle seiner Berater sowie Entstehung, politische Bedeutung und Scheitern der „Formierten Gesellschaft“ diskutiert. Grundlage der Analyse des Sonderkreises war unter anderem die erstmalige systematische Auswertung der im Archiv der Ludwig-Erhard-Stiftung überlieferten Protokolle. Dabei wurde deutlich, dass der heterogen zusammengesetzte Beraterkreis insbesondere bei der Vorbereitung von Reden und Wahlkampfauftritten eine wichtige Unterstützung für Erhard darstellte.
Die Beiträge beleuchteten zudem die politischen und gesellschaftlichen Hintergründe des Konzepts. Diskutiert wurde insbesondere die Frage, inwieweit die „Formierte Gesellschaft“ als Reaktion auf die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen der 1960er Jahre verstanden werden kann und welche ordnungspolitischen Überlegungen damit verbunden waren. Zugleich wurde herausgearbeitet, dass das Scheitern des Konzepts weniger auf seine grundsätzlichen Anliegen als auf dessen politische und kommunikative Vermittlung zurückzuführen war.
Die Ergebnisse der Veranstaltung werden im Mai 2027 in einem Sammelband veröffentlicht.