Die neuen Vorschläge für eine EU-Mitgliedschaft „light“ für die Balkanstaaten markierten eine Abkehr von der bisherigen Nachbarschaftspolitik der EU und seien notwendig, um das Machtvakuum in der Region zu füllen, die Länder zu stabilisieren und damit auch die Außengrenzen der EU besser zu schützen. Für die Länder der Region sei hingegen vor allem die wirtschaftliche Integration von größter Bedeutung.
Gleichzeitig seien die Staaten der Region mit Blick auf einen EU-Beitritt heterogen: Während Montenegro vergleichsweise gute Aussichten habe, sei der Weg für andere Länder wie Serbien noch weit.
Mit Blick auf den offenen Brief, den der ukrainische Präsident Volodymyr Zelenskyy im Vorfeld des St. Petersburger Wirtschaftsforums veröffentlicht habe, sagt Heinemann-Grüder, das Dokument sei eine eigentümliche Mischung aus Provokationen und sachlichen Vorschlägen, die darauf abziele, Vladimir Putin zu demütigen.
Darüber hinaus seien innerhalb Russlands zunehmend zwei Fraktionen zu beobachten: Während einige nach einem Ausweg aus dem in dieser Form nicht zu gewinnenden Abnutzungskrieg suchten, würden andere für eine weitere Eskalation des Konflikts plädieren.