Der russische Präsident habe dem Verhandlungsangebot der Ukraine eine eindeutige Absage erteilt. Damit sei trotz der angespannten innenpolitischen Situation in Russland ein Waffenstillstand unwahrscheinlich. Auch weil ein solcher Waffenstillstand Russland vor große Probleme stellen würde: Die russische Kriegswirtschaft lasse sich nicht kurzfristig auf eine Zivilwirtschaft überführen und auch eine Demobilisierung russischer Soldaten würde ein internes Sicherheitsproblem schaffen.
Für das anstehende Treffen der E3-Gruppe in London sei es darüber hinaus wichtig, dass sich die Europäer mit dem ukrainischen Präsident bezüglich möglicher Verhandlungen abstimmen. Auch die Frage nach einem europäischen Verhandlungsführer und ein Mechanismus zur Einbindung aller europäischen Staaten in Verhandlungen müssten geklärt werden.
Mit Blick auf die Kampfhandlungen habe Russland in den vergangenen Monaten kaum neue Gebiete erobern können. Vielmehr seien die russischen Verluste mittlerweile so hoch, dass sie die Rekrutierungszahlen überstiegen. Auch die erfolgreichen ukrainischen Drohnenangriffe im russischen Hinterland zeigten, dass Russland nicht mehr in der Lage sei, strategische Ziele ausreichend zu schützen.