Nach dem Tod von Alexei Navalny und der Zerschlagung oppositioneller Strukturen in Russland gäbe es keine Person, die verschiedene Lager der Opposition glaubwürdig vereinen könne. Ilya Yashin, der Vorsitzende der neugegründeten Partei „friedliches Russland“, habe zwar Bekanntheit und Charisma, seine Führungsrolle sei aber keineswegs allgemein akzeptiert.
Darüber hinaus könne die Exilopposition zwar Netzwerke aufbauen und Programm entwickeln, ihr direkter Einfluss auf die Bevölkerung in Russland sei aufgrund der staatlichen Repressionen aber begrenzt. Die neue Partei könne daher derzeit kaum konkrete politische Wirkung entfalten. Ihr eigentlicher Zweck bestehe darin, Personal, Ideen und organisatorische Strukturen für einen möglichen politischen Wandel nach Putin bereitzuhalten.
Solange die tiefe Spaltung innerhalb der russischen Opposition aber nicht überwunden werde, könne man sich nicht als glaubwürdige Alternative zum aktuell bestehenden System präsentieren.